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Lehrstuhl für germanische Philologie - Linguistik
Vanessa Siegel

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Projekt

Morphosyntaktische Reduktion in der (multi-) ethnolektalen Jugendsprache

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem 'Türkenslang' im Deutschen, einer (multi-) ethnolektalen Sprechweise, die von Jugendlichen gesprochen wird und prosodische, phonologische, morphologische, syntaktische und lexikalische Unterschiede zur deutschen Umgangssprache aufweist. Aufgrund der vielen Gastarbeiter, die in den 60er Jahren die größeren deutschen Städte aufsuchten, vollzog sich die letzten Jahrzehnte ein Wandel in der Bevölkerungsstruktur. Ein Großteil der heutigen Nachfolgegeneration ist bilingual und prägt damit die Jugendsprache innerhalb dieser Städte. Der Türkenslang wird von Jugendlichen gesprochen, die in gemischt kulturellen Stadtteilen und multiethnischen Freundes- und Bekanntenkreisen aufgewachsen sind. So sprechen auch nicht-türkischstämmige Jugendliche Türkenslang, der sich zu einem Multiethnolekt weiterentwickelt hat.
Ein Merkmal des Türkenslangs ist die morphosyntaktische Reduktion grammatischer Elemente. Unter morphosyntaktischer Reduktion versteht man den Ausfall von anaphorischen und expletiven Pronomen, Determinierern und Präpositionen sowie die Tilgung von Kopulaverben. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, eine grammatische Analyse dieser reduzierten syntaktischen Strukturen vorzunehmen. Die Untersuchung basiert auf der Annahme, dass die Reduktionen, die neben ihren standardsprachlichen Entsprechungen vorkommen, bestimmten grammatischen Regularitäten folgen. Als Datengrundlage dienen Sprachaufnahmen, die in Stuttgart erhoben werden.