Forschung


Allgemeine Forschungsinteressen: Pragmatik, Syntax, Prosodie, Diskurspartikeln,  Interaktionale Linguistik, Konversationsanalyse, Multimodale Kommunikation, Soziolinguistik, Erstspracherwerb


Laufende Projekte


Interaktionale Linguistik - Diskurspartikeln aus sprachvergleichender Perspektive

Wissenschaftliches Netzwerk, Laufzeit von 10/2018-09/2021, gefördert durch die DFG

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Antragsteller und Koordination: Dr. Martin Pfeiffer, Dr. Katharina König (Universität Münster)

Weitere Netzwerkmitglieder: Prof. Dr. Arnulf Deppermann (Mannheim), Dr. Oliver Ehmer (Freiburg), Dr. Sonja Gipper (Köln), Alexandra Groß (Bayreuth), Dr. Aino Koivisto (Helsinki), Dr. Uwe Küttner (Potsdam), Dr. Xiaoting Li (Edmonton), Prof. Dr. Yael Maschler (Haifa), Dr. Florence Oloff (Oulu), Prof. Dr. Beatrice Szczepek Reed (London), Dr. Yazgül Simsek (Münster), Kathrin Weber (Münster), Dr. Jörg Zinken (Mannheim)

Externe Expert/innen: Dr. Mark Dingemanse (Nijmegen), Prof. Dr. Barbara Fox (Boulder), Prof. Dr. Makoto Hayashi (Nagoya), Prof. Dr. Kyu-hyun Kim (Seoul), Prof. Dr. Jan Lindström (Helsinki), Prof. Dr. Jakob Steensig (Aarhus), Prof. Dr. Tanya Stivers (Los Angeles), Prof. Dr. Ryoko Suzuki (Tokyo)

Studentische Hilfskraft: Hannes Kurz

Das Wissenschaftliche Netzwerk „Interaktionale Linguistik“ untersucht aus einer sprachvergleichenden Perspektive bestimmte Typen von Diskurspartikeln, d.h. Wörter (und Wortgruppen), die die Interaktion zwischen SprecherInnen und RezipientInnen organisieren und regulieren. Das Netzwerk richtet den Fokus auf Question tags (z.B. ne?), Antwortpartikeln (z.B. ja oder genau) und Reparaturmarker (z.B. äh oder nee) in einer Reihe typologisch unterschiedlicher Sprachen – dem gesprochenen Englisch, Finnisch, Französisch, Nieder- und Standarddeutsch, Hebräisch, Mandarin, Polnisch, Spanisch, Türkisch, Tschechisch und Yurakaré. Die kommunikativen Aufgaben ‚Fragen‘, ‚Antworten‘ und ‚Reparatur einleiten‘ dienen dem Netzwerk dabei als Ausgangspunkt. Diese Aufgaben sind über die unterschiedlichen Sprachgemeinschaften hinweg sehr ähnlich und müssen regelmäßig von den Interagierenden gelöst werden. Unser Fokus auf Diskurspartikeln als spezifische sprachliche Mittel zur Erfüllung dieser Aufgaben schafft daher eine ideale Grundlage dafür, potenziell generische sprachliche Ressourcen für die soziale Interaktion zu identifizieren und die Möglichkeiten sprachspezifischer Variation zu untersuchen. Im Einzelnen verfolgt das Netzwerk die folgenden Ziele:

i) die Untersuchung des Spektrums von Partikeln, die die verschiedenen Sprachen zur Lösung dieser kommunikativen Aufgaben zur Verfügung stellen, sowie deren unterschiedlicher Funktionen,

ii) die Beantwortung der Frage, ob Partikeln existieren, die sprachübergreifend für diese Aufgaben verwendet werden, z.B. phonetische Varianten von mh? als Question tag, von hm als Antwortpartikel oder von äh als Reparaturmarker,

iii) die Erforschung der Beziehungen zwischen den drei Partikeltypen.

Einerseits treten Question tags und Antwortpartikeln in derselben sequenziellen Umgebung auf (Frage-Antwort-Sequenzen), was die Untersuchung von Kookkurrenzen bestimmter Question tags und Antwortpartikeln über die Einzelsprachen hinweg erlaubt. Andererseits ermöglicht ein Vergleich der drei Partikeltypen die Erforschung der Beziehungen zwischen ihnen, z.B. hinsichtlich der Existenz polyfunktionaler Partikeln in den zwei unterschiedlichen konversationellen Systemen, der Sequenzorganisation (Question tags, Antwortpartikeln) und dem Reparatursystem (Reparaturmarker). Dieser Analyseansatz des Netzwerks soll zu Erkenntnissen darüber führen, wie diese Typen von Diskurspartikeln über die Sprachen hinweg organisiert sind und wie sie zur Erfüllung bestimmter generischer interaktionaler Aufgaben eingesetzt werden.

 

Exklamationen in der Interaktion: Formale, funktionale und visuelle Aspekte

Finanzierung durch das Eliteprogramm für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden der Baden-Württemberg Stiftung von 05/2017-04/2020

Anschubfinanzierung durch den Innovationsfonds Forschung der Universität Freiburg von 02/2016-03/2017

Projektleiter: Dr. Martin Pfeiffer

Mitarbeiterin: Marina Anna, M.A.

Studentische Hilfskräfte: Clarissa Bott, Julian Ging

Ehemalige Hilfskräfte: Christina Davril, Ramona Geng, Johanna Hantsch, Niclas Schwalbe, Magnus Strobel

Auf der Grundlage von Videoaufzeichnungen von Gesprächen untersucht dieses Projekt, wie Exklamative (z. B. Wie groß die ist! oder Das ist aber ein schönes Bild!) im interaktiven Kontext von Erwachsenen und Kindern verwendet werden. Das geplante Projekt geht in verschiedener Hinsicht über den aktuellen Forschungsstand hinaus:

1) Es zieht Exklamationen heran, die tatsächlich in Gesprächen verwendet werden (die bisherige Grammatikforschung stützt sich vor allem auf erfundene oder schriftsprachliche Beispiele) und untersucht deren interaktionale Funktion.

2)   Es nimmt die Phonetik von Exklamationen in den Blick, die bislang nur experimentell untersucht wurde.

3)   Es untersucht das Zusammenspiel verbaler und visueller Aspekte (z.B. Mimik, Gestik, Blickrichtung) von Exklamationen.

4)   Es untersucht den frühkindlichen Erwerb und Gebrauch von Exklamativen.

 

Blickverhalten in Reenactments

Seit 07/2016, gemeinsames Projekt mit Clarissa Weiß, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

In conversation, participants recurrently produce reenactments, i.e. “re-presentations or depictions” (Sidnell 2006: 377) of imagined or previously experienced events. Our project draws on dyadic German face-to-face conversations among friends in order to examine the interactional functions of gaze in reenactments. In our video recordings, both participants wear eye-tracking-glasses, enabling us to exactly retrace the participants’ gaze behavior while interacting with each other. On the one hand, we explore how the use of gaze is related to the nature of the event being reenacted. On the other hand, we examine the relationship between speaker gaze and the use or non-use of quotative constructions in reenactments, revealing a subtle coordination between gaze and talk that can be exploited for specific interactional purposes by participants.

 

Abgeschlossene Projekte


Auswirkungen der Staatsgrenze auf die Sprachsituation im Oberrheingebiet (Frontière linguistique au Rhin Supérieur, FLARS)

04/2012-03/2015, Kooperation der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Leitung: Prof. Dr. Peter Auer) und der Universität Straßburg (Leitung: Prof. Dr. Dominique Huck), gefördert von der DFG (Deutschland) und der ANR (Frankreich) Mehr Informationen finden Sie hier.


Selbstreparaturen im Deutschen. Syntaktische und interaktionale Analysen

Promotionsprojekt, 02/2009-09/2014

Diese Korpusstudie aus dem Bereich der Interaktionalen Linguistik beschreibt und erklärt erstmals umfassend die Struktur selbstinitiierter Selbstreparaturen im Deutschen. Auf der Grundlage von über 2500 Selbstreparaturen aus spontansprachlichen Tonaufnahmen wird ein Modell entwickelt, das die Syntax von Selbstreparaturen als ein Ergebnis des Wettstreits miteinander konkurrierender Faktoren erklärt. Dieses Modell, in dessen Zentrum das Streben der Sprecher nach einer möglichst schnellen Bearbeitung des Reparandums steht, sagt die Position des Abbruchpunkts und des Retraktionspunkts vorher. Zudem werden weitere Aspekte der Selbstreparatur in die Analyse einbezogen: die Selbstreparaturmarker (z. B. äh), die Selbstreparaturoperationen (z. B. Substitution und Insertion) und die verschiedenen Typen von Reparanda (z. B. phonologisches oder semantisches Problem).

Die Studie eröffnet eine neue Perspektive auf die Selbstreparatur als hochgradig strukturiertes gesprochensprachliches Phänomen und zeigt darüber hinaus, dass sich aus Reparaturstrukturen auch Erkenntnisse über die Syntax des Deutschen ganz allgemein ableiten lassen. Insgesamt leistet die Arbeit einen Beitrag zum Verständnis des konversationellen Reparatursystems und zur Entwicklung einer Interaktionalen Grammatik.

Erstbetreuer: Prof. Dr. Peter Auer, Zweitbetreuer: Prof. Dr. Stefan Pfänder

Dissertation erschienen als: Pfeiffer, Martin (2015): Selbstreparaturen im Deutschen. Syntaktische und interaktionale Analysen. (Linguistik - Impulse & Tendenzen 68.) Berlin/Boston: de Gruyter.


Speaking to an Outsider - Speaking as an Outsider

Mitarbeit von 04/2010-09/2013, konversationsanalytisches Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Gene Lerner, University of California, Santa Barbara.


Syntax of Spoken Swedish and German

Mitarbeit von 01/2008-12/2009, DAAD-Forschungsprojekt, PPP-Austausch zwischen dem Deutschen Seminar - Germanistische Linguistik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Leitung: Prof. Dr. Peter Auer) und dem Department of Scandinavian Languages and Literature der Universität Helsinki (Leitung: Prof. Dr. Jan Lindström)

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